Zahlen & Fakten

Einwohner

Stand per 1. Jänner 2010:

Gesamt: 7.655 (männlich: 3.863; weiblich: 3.792)

Im Jahr 2009 erblickten 66 Babys das Licht der Welt, die beliebtesten Vornamen waren Moritz und Selina.

 

Lage

Größe 48 km², Seehöhe 414 m (tiefste Stelle 370 m, höchste Stelle 640 m)

Vorchdorf ist die nörlichst gelegene Gemeinde des Bezirks Gmunden und grenzt an die Bezirke Wels-Land und Kirchdorf. Im Norden wird die Gemeinde von der wichtigen Verkehrsader A1 durchschnitten und ist deshalb verkehrsmäßig äußerst günstig gelegen.

 

Geschichtliches

Der Ortsname: Aus den Archivurkunden des Stiftes Kremsmünster ergeben sich folgende Schreibweisen: Vorichdorf (1196), Vorihdorf (1249), Worihdorf (1258), Vorichdorf (1342), Vorchdorf (1374), Farichdorf (1384). "Vorch" nach Deutschem Wörterbuch, Leipzig 1862, 1888: forche, f. = fohre, pinus (lat.) = Fichte oder Föhre; forche, forche, fohre, salmo (lat.) = Forelle (salmo trutta), althochdeutsch forhana. Lt. Etymologischem Wörterbuch 1815: Die Forelle oder Föhre, Salmo fario nach Linne. Dem Blick des Spaziergängers bieten sich u.a. das Höllengebirge, der Traunstein, das Tote Gebirge und das Sensengebirge an. Im Norden wird die Gemeinde von der wichtigen Verkehrsader A1, der Westautobahn durchschnitten. Verkehrsmäßíg ist Vorchdorf äußerst günstig gelegen. Entfernungen: Wien 200 km, Salzburg 90 km, Linz 50 km. Eine Besiedelung des Raumes in der Jungsteinzeit bestätigt die vorteilhafte geographische Lage. Funde aus dieser Zeit, der Bronze- und der Römerzeit, beweisen dies. Erwähnenswerte Funde aus dieser Zeit sind Steingeräte, ein römischer Grabstein am Schloß Hochhaus, Münzen, die "villa rustica" in der Lederau, Gräber und dergleichen mehr. In der Römerzeit durchquerten zwei wichtige Straßen das Gemeindegebiet, die sog. Salzhandelsstraßen. Die Verbindung vom Traunsee nach Ovilava (Wels) war von besonderer Bededeutung. Reste dieser Straßen sind bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Im 7. Jahrhundert besiedelten die Baiern (spätere Schreibweise "Bayern") unser Gebiet. Ein frühbairisches Gräberfeld wurde 1950 in der Ortschaft Feldham teilweise freigelegt. Entscheidend war dann das Jahr 1196. Dem Stift Kremsmünster wurde die Pfarre Vorchdorf mit dem Grund- und Patronatsrechten übertragen. Das Bistum Passau erhielt im Gegenzug dafür das Gut Taubenbrunn, wahrscheinlich bei Eferding gelegen. Im Mittelalter lagen in unserem Gemeindegebiet die Stammsitze der Herren von Eggenberg, der Theuerwanger und der Rathaimer. Die Mössenbäcken oder Messenbecken haben dem Schloß Messenbach seinen Namen gegeben. Von den heimischen Herrschaften bestanden Eggenberg, Messenbach und Hochhaus lange, Theuerwang, Radhaming und die Fischbäckische sind verschwunden.

 

Kirche

Die römisch katholische Kirche soll der Sage nach auf einem Hügel in den Bergen gestanden sein. Nach den Ungareinfällen (Zerstörung) wurde sie an der jetzigen Stelle in gotischer Form neu erbaut und 1507 vom Weihbischof Bernhard von Passau geweiht. Martin Resch, der von 1668 bis 1704 Pfarrer von Vorchdorf und anschließend Abt von Kremsmünster war, begann mit der Barockisierung, die sich bis in das letzte Viertel des 18. Jahrhunderts hinzog. Die Kirche diente damals als Wallfahrtskirche "Maria Trost im Thale". Wesentlich prägte die Zeit des Protestantismus die Gemeinde. Schloss Eggenberg mit dem Prediger Pankraz Kögel war praktisch eine Hochburg des Luthertums. Dieser Prediger bestattete 138 Protestanten auf dem Viechtberg in Eggenberg und weitere 18 Tote in Feldern und Hausgärten. Bis in das 18. Jahrhundert wurden Personen ohne kath. Kennzeichen (Rosenkranz oder Beichtzettel) auf dem genannten Viechtberg "Kirchenbühel" beerdigt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung gehörte damals der neuen Lehre an. Es ist interessant, dass der Almfluss Protestanten und Katholiken trennte; das Gebiet östlich der Alm, weil zum Stift Kremsmünster gehörig, war katholisch. In späterer Zeit kehrten fast alle Vorchdorfer wieder zum katholischen Glauben zurück.

 

Schloss Hochhaus

Eine große Bedeutung strahlte schon immer das Schloss Hochhaus aus. Es war um 1780 Sitz eines Distriktskommissariates, reichte über die Gemeindegrenzen hinaus, und war für den Steuer-, Straßen-, und Wehrbezirk zuständig.

 

Wirtschaftliche Entwicklung

Das wirtschaftliche Leben in Vorchdorf war nicht zu übersehen. Man bezeichnete zwar Vorchdorf bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts als reines Bauernland, doch man sollte nicht vergessen, dass sich eine große Anzahl von Mühlen, Sägewerken und anderen kleinen Gewerbebetrieben an den Flüssen Alm, der Inneren und Äußeren Laudach, den Mühlbächen und am Hörbach niedergelassen hatten. Nicht in jeder Gemeinde hat man das Glück, Wasserkraft als Energiequelle zu nützen. Die Familie Krumhuber erzeugte Spindeluhren, die noch heute sehr begehrt sind. Im Jahre 1681 wurde nachweislich mit der Biererzeugung im Schloss Eggenberg begonnen. Schließlich wurde 1865 die Papierfabrik Rittmühle gegründet. Um die Jahrhundertwende folgten die Gerberei und die Schuhoberteilfabrik Kitzmantel. Bereits 1903 wurde die Bahnlinie Vorchdorf/Eggenberg nach Lambach gebaut. Im Jahre 1912 wurde die Bahnverbindung nach Gmunden fertiggestellt. Beide Lokalbahnen gehören noch heute der Fa. Stern und Hafferl. Der Bau der Westautobahn anfangs 1960 mit Anschlussstelle Vorchdorf löste einen ungeahnten wirtschaftlichen Aufschwung aus. Von den Grundbesitzern fehlte es nicht an der Bereitschaft, Grundstücke für den Bau von Fabriken, Gewerbetrieben und auch für Wohnhausbauten bereitzustellen. Größere Betriebe wie die Firmen Miba, Wick, Lössl und Heson entstanden. Viele Kleingewerbebetriebe zogen nach. Eine gesunde Landwirtschaft rundet als wesentlicher Wirtschaftsfaktor das Allgemeinbild ab. Insgesamt gibt es 40 Erbhöfe, die bereits mindestens 200 Jahre im Familienbesitz sind. Der Errichtung großer Kaufgeschäfte fielen leider die kleineren zum Opfer. Auch die Papierfabrik Rittmühle sowie die Gerberei und Schuhfabrik Kitzmantel hielten den Anforderungen der heutigen Zeit nicht mehr stand.

 

Vorchdorf in der Kriegszeit

Die beiden Weltkriege und die wirtschaftlich schlechte Zeit der Zwischen- und Nachkriegsjahre drückten auch unserer Gemeinde den Stempel auf. Viele Flüchtlinge wurden nach dem 2. Weltkrieg von der opferbereiten Bevölkerung aufgenommen. Rund 500 Siebenbürger Sachsen fanden hier eine zweite Heimat und errichteten eine evangelische Kirche.

 

Gemeindewappen

Im Jahr 1967 erhielt die Gemeinde das Recht zur Führung eines Wappens mit den Gemeindefarben ROT-WEISS-GRÜN. Das Wappen enthält die schlichte Darstellung des Schloss Hochhauses.

 

Vorchdorf - eine Marktgemeinde

Mit Beschluss der OÖ Landesregierung vom 19. Oktober 1982 wurde die Gemeinde in Anerkennung der besonderen wirtschaftlichen, kulturellen und historischen Bedeutung zum Markt erhoben. Die eigentlichen Markterhebungsfeierlichkeiten fanden im Jahre 1983 statt und wurden von der Bevölkerung und den vielen Vereinen mitgetragen.